Rolf Fässer

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Im Atelier
Das Sein der Dinge im Raum der Malerei
    In einer Gruppe von neueren Bildern treibt Rolf Fässer ein malerisches Spiel mit dem Dasein von
Dingen. Einfache Gegenstände und vertraute Gerätschaften, die Leiter, der Stuhl, ein Karton oder
ein Eimer, erscheinen in einen Raum, der ihr Da-Sein hervorbringt. Dinghaftes Zeug und bildhafter
Raum sind nicht nur miteinander verschränkt, sie erzeugen sich gegenseitig. Mal spielen die Dinge
sich dreist in den Vordergrund, dann wieder verschwinden sie auf geheimnisvolle Weise in
malerische Tiefen, hinter transparenten Flächen oder in atmosphärischer Auflösung.
Der sich im malerischen Geschehen realisierende Raum wie der sich im malerischen Geschehen
realisierende Gegenstand, beide bilden ein dynamisches Gefüge, das durch Verdichtung und
Auflösung, durch Licht und Farbe, durch Linien und Schatten in Spannung gehalten wird. Farbe
greift über den Gegenstand hinaus, entfaltet sich frei oder setzt Akzente, die die atmosphärische
Ausdehnung, die Nähe und Ferne, zurück an die Fläche bindet.
Raum ist in diesen Bildern somit kein topografisch bestimmbarer Raum, auch kein konstruiertes
Ordnungsgefüge, das Auskunft über ein "Wo" der Dinge, über ihre lokale Verortung gibt. Wir sehen
keine entworfene oder eigens hergerichtete Örtlichkeit, in die sie platziert oder eingestellt wurden.
Gegen einen teils diffusen, teils transparenten, sich öffnenden und schließenden Anschauungsraum
behauptet sich das seiner Form und Funktion nach durchaus vertraute Objekt, ein Ding mit
Aufforderungscharakter oder Handlungsimpuls, das sich dem lebensweltlich praktischen Bezug
durch die Art seiner Erscheinung jedoch entzieht. Frei, oft für sich allein stehend, ist es nicht
dienendes Werkzeug, sondern vertritt das Zeughafte in einer Würde des singulären Erscheinens,
die wie ein Echo das Vertraute belebt und in der Erinnerung erneut verankert.